Kirche St.Stephani zu Westerhausen

Die erste Kirche, wohl als Holzkirche zwischen 822 und 826 auf dem St.Stephan errichtet, umgeben von einem großen Friedhof, war baufällig geworden.
So wurde um 1450 auf Amtsboden eine neue Kirche an den alten Frankenturm angebaut. Westerhausen war damals ein Archidiaconat. 1695 wurde die Kirche noch einmal umgebaut und erhielt ihre heutige Form als spätromantischer Kirchenbau. 1523 predigte der in Westerhausen geborene Pastor Hennig Radecke bereits die neue Lehre von Martin Luther. Der alte Kirchenturm war mit einem Satteldach errichtet und erhielt 1702 die beiden Turmhauben, was in dieser Gegend selten ist.
Kulturell wertvoll ist der von Valentin Kühne ais Quenstedt geschaffene, dem Halberstädter Domaltar nachgebildete Kirchenaltar. Die Westerhäuser wollten dem Halberstädter Dom in nichts nachstehen und legten Wert darauf, daß sich die Kanzel über dem Altar befindet. Der alte Altar wurde an Wienrode verkauft.
Die St.Stephani-Kirche in Westerhausen steht unter Denkmalschutz.

Disposition der Orgel in der St. Stephani-Kirche zu Westerhausen am Harz
(aufgezeichnet von Udo Mehliß , diensthabender Organist an St. Stephani zu Westerhausen. September 2006)

Hauptwerk C - f’’’
Oberwerk C - f’’’
Pedal C - d
Bordun 16’
Gedackt 8’
Subbass 16’
Prinzipal 8’
Salicional 8’
Violon 16’
Gambe 8’

x Gemshorn 4’

Octavbass 8’

Hohlflöte 8’
x Waldflöte 2’
Gedacktbass 8’
Gedackt 8’
Cymbel 2 fach 1/3

Koppeln: II/I, I/P

Octave 4’
Sesquialter 2 fach
 
Flöte 4’
 
 
Nasat 2 2/3
 
 
Octave 2’
 
 
Mixtur 4 fach 1 1/3
 
 
 
Die 1874 von dem Halberstädter Orgelbaumeister Wilhelm Bergen erbaute Orgel ist im Aufbau und Klang ein romantisches Werk. Von dem barocken Instrument aus dem Jahre 1698 ist nur noch das Gehäuse erhalten. Leider gibt es keine Unterlagen des Erbauers der alten Orgel und weshalb sie 1874 durch ein neues Instrument ersetzt werden musste. Nässe und Holzwurmbefall können Gründe sein.

Die Orgel hat mechanische Schleifladen und mechanische Spieltraktur. Als Windversorgung dient ein doppelfaltiger Magazinbalg und ein elektrische Gebläse - "Elektrowind " - der Orgelbaufirma Rudolf Böhm aus Gotha in Thüringen.
 
Die einzelnen Register sind in der im 19. Jahrhundert üblichen Weise chromatisch aufgebaut. Die 3 angekreuzten Register wurden 1954 von Orgelbaumeister Wilhelm Sohnle aus Halberstadt neu eingebaut. Das Oberwerk wurde dadurch etwas "barockisiert". Welche Register dafür weichen mussten, ist heute leider nicht mehr bekannt.

Als ich im Jahre 1999 nach Westerhausen kam und die Orgel das erste Mal spielte, stellte sie sich als schwer spielbares Instrument dar. Mit Genehmigung von Pfarrer Friedrich Wegner und des Gemeindekirchenrates habe ich die Orgel abgetragen, gereinigt sowie Pfeifen und Traktur repariert. Die Prospektpfeifen wurden ausgebaut, geschliffen und neu bronziert. Die Spieltraktur wurde neu ausgewogen und so leichter spielbar gemacht.

Alle Register wurden intonatorisch aufgearbeitet und die Orgel neu gestimmt.

Stimmhöhe: a’ 445 Hz bei 18 °C
 
Die Orgel erklingt zur Ehre GOTTES und zur Freude der Gemeinde.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Kirche.

zurück zur Übersicht