Bildungshaus 'Carl Ritter' zu Quedlinburg

Das Schulgebäude Heiligegeiststraße 8 wurde am 1. Mai 1862 als Neubau des sog. „Königlichen Gymnasiums“ eingeweiht. Die Grundsteinlegung dazu erfolgte zwei Jahre zuvor am 27. März 1860 durch den damaligen Bürgermeister Gustav Brecht. Das alte Gymnasium, das sich seit seiner Gründung im Jahre 1540 im ehemaligen Franziskanerkloster (heute Gelände Bosseschule) befand, war den baulichen und räumlichen Anforderungen nicht mehr gewachsen und wurde Ende des 19. Jh. abgetragen.
Mit kurzer Ausnahme gegen Ende des Krieges (Lazarett) wurde das Gebäude bis vor kurzem als allgemeinbildende Schule genutzt, zuletzt unter dem Namen Carl-Ritter-Schule.

Als im Zuge der Schulentwicklungsplanung 2004 der Leerstand drohte, bot sich die Möglichkeit, dieses altehrwürdige Gebäude für die Kreismusikschule und die Kreisvolkshochschule zu nutzen. Ein neugegründeter Dachverein hat sich zum Ziel gesetzt, für einen Umbau des Gebäudes die finanziellen Mittel zu aquirieren. Zukünftig soll neben den genannten Einrichtungen auch die Kreisbibliothek ihren Hauptsitz hier finden, zu dritt dann gemeinsam unter dem Namen „Bildungshaus Carl-Ritter“.

Als architektonische Besonderheit des Schulgebäudes ist die Aula hervorzuheben. Die Bleiglasfenster, die im Krieg zerstört wurden, konnten durch Spenden Anfang der 90er Jahre wiederhergestellt werden. Sie zeigen in den drei Glasfeldern F. G. Klopstock als Verfasser des „Messias“, die Übergabe der Gründungsurkunde des Gymnasiums durch die Äbtissin Anna und Carl Ritter, den Begründer der modernen Geographie.
Die Aula wird heute überwiegend als Proben- und Konzertraum der Kreismusikschule aber auch für öffentliche Vorträge und Versammlungen genutzt.
Bemerkenswert ist die erhaltene (mechanische) Orgel auf einer der zwei Emporen der Aula. Nur noch wenige Schulgebäude in Sachsen-Anhalt können mit so einer Besonderheit aufwarten. Im Rahmen der jährlich im September stattfindenden Wandelkonzerte erklingt diese Orgel auch für die Öffentlichkeit.

zurück zur Übersicht