Kirche St. Viti zu Badeborn

Öffnungszeiten für Besichtigungen:
Montag bis Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr
Kontakt: Hartmut Rienäcker
Feldstr. 356a
06493 Badeborn
Tel. (039483) 81929

Gottesdienste:

Sonntag 9.00 Uhr (außer letzten Wochenende im Monat)
Samstag 17.00 Uhr (am letzten Wochenende im Monat)

Badeborn wird 961 in einer Urkunde König Otto II (ab 967 Kaiser) zum 1. Mal erwähnt. Darin werden dem Kloster Frose die Erbschaftsgüter Geros und Siegfrieds bestätigt. Badeborn wird als Bedeburne cum duabis eclesiis (das Dorf mit den zwei Kirchen) benannt. St. Laurentius und St. Viti waren die beiden Kirchen. St. Viti befand sich innerhalb der Dorfmauer, St. Laurentius auf einer Anhöhe. Beide wurden wahrscheinlich auf germanischen Heiligtümern gebaut, Laurentius mit Sicherheit, denn von dort hat man einen Blick zum großen Gegenstein, ein Heiligtum schon in vorchristlicher Zeit. Funde geben Auskunft von einer steinzeitlichen Besiedlung (Bernburger Kultur). Der quellenreiche Ort und nur zur Nordseite offen war für eine Besiedlung ideal. Um 200 n. Chr. siedelten hier Angeln und Warnen, Grabfunde (Urnen) auf beiden Seiten des heutigen Friedhofes dokumentieren dies.
Nach der Vernichtung des Thüringer Reiches (531 durch die Franken) wanderten Sueben in den Nordharzraum ein. Daraus folgte die spätere Bezeichnung Schwabengau. Die Franken ersetzten das germanische Recht durch das römische und die römische Kirche verstand es durch so genannte Schenkungen den Bauern das Land weg zu nehmen. Der bäuerliche Mensch geriet in Abhängigkeit zum Lehnsherren, die des Öfteren wechselten, was häufig Streitigkeiten auslöste. Die Abgabe aber an das Kloster in Gernrode blieb (Frose wurde nach der Umwandlung in ein Frauenstift Gernrode unterstellt). Nach der Gründung des Fürstentum Anhalt (12. Jh.) gab es häufig Streit zwischen dem Fürstenhaus und der Äbtissin in Gernrode. Der Name Badeborn wechselte häufig (Bedeburne, Pedabrunum, Padeburne, Pedabruno). Der Name bedeutet Bethaus (althochdeutsch peta-bur, mittelhochdeutsch bede-burnu), andere deuten in mit den Frauennamen Peda.
1527 führte die führte die Äbtissin Elisabeth von Weyda und Wildenfels die Reformation in ihren Stiftslanden ein, sie selbst hatte sich schon 1521 öffentlich zur Reformation bekannt. Johannes Hildebrand ist der erste luth. Pfarrer in Badeborn,1549 wurde er vor dem hohen Altar begraben. Der letzte kath. Pfarrer wurde mit Land belehnt. Der zweite evangelische Pfarrer, Thomas Marten (1549-1554) bat den Fürsten Wolfgang um Geld für die baufällige (Fachwerk?) Kirche St. Viti. Pläne oder Urkunden über den Neubau gibt es nicht. Es wurde aber grundsätzlich mit Materialien gebaut die man in der näheren Umgebung fand (Sand, Steine, Gips usw.). die Fenster der zweiten Kirche waren gotisch (am Altargiebel sichtbar). Der Fußboden der Kirche besteht aus drei Schichten, romanisch (Sandstein), Ziegel, Estrich und schwarzgraue Fliesen (1883).

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